Zigarren und Zigarillos
sind Genussmittel für Erwachsene.

Für die Benutzung dieser Website müssen
Sie das 18. Lebensjahr vollendet haben.
Bitte geben Sie Ihr Alter an:

Mit dem Abschicken erkennen Sie unsere Datenschutz- und Cookie-Erklärung und dem Tracking mittels Google Analytics an. Eine Deaktivierung von Google Analytics ist in unserer Datenschutzerklärung jederzeit möglich. Hier gelangen Sie zum Impressum.

CARLOS ANDRÉ
 

Podcast 30

Auf eine Zigarre ...
mit RENÉ HEINERSDORFF

Zigarrenring Der Schauspieler, Regisseur, Autor und Theaterbesitzer RENÉ HEINERSDORFF ist in der 30. Folge des Szene-Podcasts bei Petra Lindenschmidt zu Gast auf eine CARLOS ANDRÉ COLLECTOR’S CUT N° 2 AMBITION.





Der Gast

René HeinersdorffRENÉ HEINERSDORFF ist das größte deutsche Allroundtalent in Sachen Theater. Der 1963 in Düsseldorf geborene Schauspieler, Autor, Regisseur und Theaterbesitzer leitet im Rhein-Ruhr-Gebiet das „Theater an der Kö“ in Düsseldorf, das „Theater am Dom“ in Köln und seit 2016 auch das „Theater im Rathaus“ in Essen. Er schrieb 16 Theaterstücke, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden und bundesweit sowie im europäischen Ausland aufgeführt und zum Teil im Fernsehen gezeigt wurden. Er ist ein Weltenbummler und spricht vier Sprachen und acht Dialekte. Nach einem Philosophie- und Germanistik-Studium absolvierte Heinersdorff bei Harald Leipnitz eine Ausbildung zum Schauspieler und Regisseur. Er spielte und inszenierte bislang rund 180 Produktionen an Komödienhäusern in Hamburg, Berlin, Frankfurt, Stuttgart, Karlsruhe, Braunschweig, Dresden und München sowie an seinen eigenen Theatern und diversen Stadttheatern.

Für seine TV-Karriere, die mit Eichbergers besondere Fälle (1988, ZDF) begann und ihm durchgehende Hauptrollen in Drei Mann in einem Bett (1994/95, WDR) und der Kultserie Die Camper (1998-2005, RTL) sowie zahlreiche Episodenrollen in erfolgreichen Serien wie u.a. Heldt, Wilsberg und Rentnercops bescherte, hat er momentan zu wenig Zeit. Das Theater hat den Bundesvorsitzenden der Privattheatergruppe im Deutschen Bühnenverein fest im Griff. Seine aktuelle Komödie KOMPLEXE VÄTER spielt er mit Jochen Busse und Hugo Egon Balder bundesweit auf diversen Bühnen. René Heinersdorff lebt mit seiner Lebensgefährtin, der Schauspielerin Tanja Schleiff, und den gemeinsamen drei Kindern in Düsseldorf und Berlin.



Die Gastgeberin

Petra Lindenschmidt im Podcast mit René HeinersdorffPETRA LINDENSCHMIDT, seit 2017 Vice President der Arnold André Dominicana S.R.L., ist dem Bünder Traditionsunternehmen seit 1993 verbunden. Sie hat dessen Einführung in das Longfiller-Segment als Distributionspartner diverser Longfiller-Hersteller im Jahre 1996 führend mitgestaltet und war später verantwortlich für alle Marken der Oettinger Davidoff AG auf dem deutschen Markt.

Mit der Premium-Marke CARLOS ANDRÉ hat sie die Vision des Firmeninhabers Axel-Georg André umgesetzt und eine moderne, innovative Marke mit zeitgenössischem Esprit und individuellem Zigarrencharakter geschaffen. Die an Kunst, Literatur und Geschichte interessierte Rheinländerin ist vom Thema Tabak und Zigarre seit langem begeistert. Für sie gehören Zigarrenraucher zu den stillen Genießern, die genau wissen, was sie wollen – ob in Kunst und Kultur oder in Wissenschaft und Politik. Das wird in ihrem Podcast „Auf eine Zigarre ...", in dem sie mit prominenten Persönlichkeiten über diverse Facetten des Lebens plaudert, eindrucksvoll bewiesen.


Podcast-Auszüge zum Nachlesen:

NA DANN: AUF EINE COLLECTOR’S CUT N° 2 AMBITION, LIEBER RENÉ HEINERSDORFF.

Was empfinden Sie beim Rauchen einer Zigarre?

René Heinersdorff: Ich, der ich absoluter Nichtraucher bin – ich habe noch nie gekifft, ich habe noch nie inhaliert – aber: die Zigarre, dieses Paffen der Zigarre, diese Langsamkeit, die das einem abverlangt, die hat mir sehr viel gegeben und seitdem rauche ich pro Jahr 15-20 Zigarren zu besonderen Momenten.

Und bei welchen besonderen Momenten rauchen Sie eine Zigarre?

RH: Nach einer Premiere, nach einer Entscheidung, bei der ich noch nicht sicher bin, ob sie klug war, nach einem tollen Fest gibt mir eine Zigarre eine gewisse Ruhe.

Rauchen Sie lieber alleine oder in Gesellschaft?

RH: Ich habe einmal eine Zigarre geschenkt bekommen mit einem Zigarrenhalter von Ilja Richter, einem Freund von mir. Und Ilja hat gesagt „Es gibt einen Satz von einem französischen Filmemacher, der gesagt hat, es gibt zwei Dinge, die man mit einem guten Freund tun sollte: einen guten Film anschauen und eine gute Zigarre rauchen oder beides“ – also, es macht schon Spaß mit Freunden. Aber ich gebe zu, ich mache es auch sehr gerne alleine.

Haben Sie ein besonderes Format, das Sie bevorzugen?

RH: Ich bin in Hamburg einmal in einen Zigarrengeschäft gegangen – das war ein passionierter Zigarrenkenner, der diesen Laden betrieb – und habe gefragt „Was für eine Zigarre würden Sie mir jetzt empfehlen?“ und da sagte er zu mir „Jo, Herr Heinersdorff, ich würde Ihnen raten, nehmen Sie mal diese hier. Da haben Sie wirklich mal eineinhalb Stunden Spaß“. Das war also seine Vorstellung von Spaß, dass man eineinhalb Stunden eine Zigarre raucht und langsam abbrennen lässt. Das ist mir zu lang. Ich sag' mal, eine Zigarre, die 20 Minuten unter kontinuierlichen Konsum sich erhält, die finde ich perfekt.

Was trinken Sie zu einer Zigarre?

RH: Das werden wahrscheinlich alle sagen: einen guten Rotwein finde ich perfekt.

Erinnern Sie sich an Ihre erste Zigarre?

RH: Das Rauchen einer Zigarre hat natürlich ein sehr antiquiertes Klischee – wir kennen ja den Theaterdirektor, der mit der Zigarre hinterm Schreibtisch sitzt und sich gleichzeitig von der Praktikantin irgendwie bedienen lässt. Und ich bin ja eine etwas andere Generation. Ich kenne den Zigarrenrauch durch den Konsum meines Großvaters, der sein ganz kleines Büro hatte – er war Klavierhändler und hat Zigarre geraucht – und das hatte ich immer in der Nase gehabt und fand das nie sehr angenehm. Und dann war ich mal auf Kuba und hab' am Strand gelegen und da kam dann irgend so ein Händler und hat mir 40 Cohibas für 20 Dollar angeboten. Die habe ich dann gekauft – eigentlich, um ihn loszuwerden. Und mit diesen Cohibas bin ich nach Deutschland geflogen – man durfte sie ja mitnehmen – und dann sagte mir ein Freund „Ja, du kannst sie rekultivieren, du musst sie in einen Humidor legen – wenn Zigarren die Feuchtigkeit behalten, dann kann man sie ewig rauchen“. Daraufhin bin ich dann in ein Geschäft auf der Königsallee in Düsseldorf gegangen – der Besitzer kannte mich auch und sagte „Ach, Herr Heinersdorff, Sie sind Zigarrenraucher? Das hätte ich ja gar nicht gedacht“. Ich sagte „Nein, bin ich eigentlich gar nicht, aber ich hab' Zigarren und würde sie einfach gerne erhalten. Ich hätte gerne einen Humidor“. Und da sagte er „Ja, ich habe hier ein ganzes Bataillon an Humidoren – suchen Sie sich einen aus“. Ich habe dann mal auf einen gezeigt und gesagt, der ist toll. Und da hat er ihn vom Regal runtergeholt und ist zu seiner Kasse gegangen und ich habe so mein Geld rausgeholt. Und dann sagte er „2.400 Euro“. Ich sagte „Bitte was?, habe es dann nicht gemacht und habe mir woanders einen Humidor besorgt – der hat dann nur 500 Euro gekostet – habe die Zigarren da reingelegt und erst einmal drin gelassen. Und irgendwann einmal habe ich mich wahnsinnig geärgert in meiner Beziehung über meine Frau, von der ich mittlerweile auch zum Glück geschieden bin – und in dem Ärger habe ich dann gesagt „Ich rauche jetzt einfach aus Protest eine Zigarre“. Dann habe ich sie geraucht und habe das als Glücksmoment empfunden.

Was ist Ihre nachhaltigste Erinnerung mit einer Zigarre?

RH: Meine nachhaltigste Erinnerung mit einer Zigarre ist, dass ich – um es mal ganz offen zu sagen – von einer sehr attraktiven Dame abgeschleppt wurde und die wollte mir einen Joint andrehen. Ich habe dann gesagt „Nee, ich kann nicht kiffen, weil ich nicht inhalieren kann. Ich kriege das nicht hin“. Und ich hatte zufällig eine Zigarre dabei und habe dann gesagt „Rauch du doch deinen Joint und ich rauche die Zigarre“ und ich merkte auch, dass bei ihr zunehmend mit jedem Zug dieses Joints das Gefühl anders wurde – sie redete blumiger, sie wurde romantischer ... Während ich die Zigarre rauchte, merkte ich, mich macht die Zigarre jetzt eigentlich eher klarer. Dieser Abend endete dann damit, dass ich irgendwann gegangen bin und dachte „Cool, eine Zigarre kann einem auch eine gewisse Klarheit verschaffen“.

Was gehört bei Ihnen zum Genuss?

RH: Der Blick auf einen schönen Baum, der Blick in eine Berglandschaft, das Gespräch mit einer klugen Frau, das Erleben einer Veranstaltung im Theater – eigentlich gehört alles, was wir täglich leben, zum Genuss.

...

Mit wem würden Sie gerne eine Zigarrenlänge verbringen?

RH: Ich würde gerne eine Zigarrenlänge mit Wladimir Putin verbringen, weil mich interessieren würde, was diesen Mann überhaupt motiviert.

...

Was sind Ihre aktuellen Projekte?

RH: Ich habe gerade eben, vor kurzer Zeit, mit Harold Faltermeyer ein Projekt besprochen – wir wollen ein Stück zusammen machen, das gleichsam Musik und Szenen beinhaltet, Protagonistin soll Anja Kruse sein. Dann habe ich ein Stück geschrieben für einen deutschen Protagonisten, der es nicht spielen will, aber: dieses Stück wird mir gerade aus der Hand gerissen von vielen anderen – da muss ich natürlich gucken, ob die es auch spielen können. Und ich spiele nach wie vor meine KOMPLEXEN VÄTER mit Hugo Egon Balder und Jochen Busse.

Haben Sie zum Schluss für uns einen Genusstipp fürs Leben?

RH: Wenn ich mir einen Tag wünschen dürfte, der perfekt wäre, dann würde ich sagen: ein langer Spaziergang, der auch eine Skiabfahrt sein kann, der auch eine Radtour sein kann – wie auch immer – also irgendeine körperliche Beanspruchung. Nach dieser Beanspruchung eine gute Physiotherapie. Danach ein tolles Essen mit einem Fisch, mit einem Rotwein und mit einer Zigarre. Danach ein Kaminfeuer. Und dann wirklich guten Sex.

Lieber René Heinersdorff, vielen Dank für das originelle Gespräch und für die Zeit, die Sie sich für uns genommen haben.

RH: Danke zurück.