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CARLOS ANDRÉ
 

Podcast 23

Auf eine Zigarre ...
mit Max Tidof

Zigarrenring Petra Lindenschmidt begrüßt in der 23. Folge ihres Szene-Podcasts den Schauspieler MAX TIDOF auf eine CARLOS ANDRÉ AIRBORNE.





Der Gast

Max TidofMAX TIDOF ist einer der wandlungsfähigsten deutschen Schauspieler. In der 11. Klasse beendete der 1960 in der Eifel geborene Tidof seine unrühmliche Schulkarriere und startete 1979 ohne jede Ausbildung am Studiotheater München mit Der kleine Prinz. Zunächst holte er sich dort in 5 Jahren sein Rüstzeug, dann folgten diverse Theaterauftritte quer durch Deutschland. Jahre später sollte er in Köln und Stuttgart und auf Tournee wieder auf die Theaterbühne zurückkehren, u.a. mit Ziemlich beste Freunde (2014), Ein Picasso (2016) und König Richard III (2019). Eine seiner ersten Fernsehrollen spielte Max Tidof in Rote Erde (1981), wo Joseph Vilsmaier die Kamera führte. Der Beginn einer jahrzehntelangen fruchtbaren Zusammenarbeit: Reschkes großer Dreh (1985), Tatort (1986), Der Experte (1987), Comedian Harmonists (für den er den Bundesfilmpreis und den Bayerischen Filmpreis 1998 bekam), Vera, die Frau des Sizilianers (2004), Der Bergkristall (2005) und Der Meineidbauer (2012). Seinen ersten Kinofilm Vergesst Mozart drehte er 1984, sein erster Publikumserfolg war Abgeschminkt (1994), einer der erfolgreichsten Kurzfilme Surprise (mit 54 Preisen). Danach spielte er bis heute in fast allen Erfolgsserien Episodenhauptrollen und drehte für die australische Fernsehreihe The Fed’s (1994/95). Er erweiterte sein Programm in diversen Filmen vom Bösewicht auf den Liebhaber, den schüchternen Außenseiter und den skurrilen Charakter. Max Tidof lebt mit seiner Frau Lisa Seitz in Niederbayern, seine Tochter Luzie Seitz arbeitet in München.


Die Gastgeberin

Petra Lindenschmidt auf eine Zigarre mit Max TidofPETRA LINDENSCHMIDT, seit 2017 Vice President der Arnold André Dominicana S.R.L., ist dem Bünder Traditionsunternehmen seit 1993 verbunden. Sie hat dessen Einführung in das Longfiller-Segment als Distributionspartner diverser Longfiller-Hersteller im Jahre 1996 führend mitgestaltet und war später verantwortlich für alle Marken der Oettinger Davidoff AG auf dem deutschen Markt.

Mit der Premium-Marke CARLOS ANDRÉ hat sie die Vision des Firmeninhabers Axel-Georg André umgesetzt und eine moderne, innovative Marke mit zeitgenössischem Esprit und individuellem Zigarrencharakter geschaffen. Die an Kunst, Literatur und Geschichte interessierte Rheinländerin ist vom Thema Tabak und Zigarre seit langem begeistert. Für sie gehören Zigarrenraucher zu den stillen Genießern, die genau wissen, was sie wollen – ob in Kunst und Kultur oder in Wissenschaft und Politik. Das wird in ihrem Podcast „Auf eine Zigarre ...“, in dem sie mit prominenten Persönlichkeiten über diverse Facetten des Lebens plaudert, eindrucksvoll bewiesen.


Podcast-Auszüge zum Nachlesen:

NA DANN: AUF EINE AIRBORNE-ZIGARRE, LIEBER MAX TIDOF.

Was empfinden Sie beim Rauchen einer Zigarre?

Max Tidof: Je kleiner die Zigarre wird, desto mehr freue ich mich. Und ich gucke furchtbar gerne zu, wie ich die Zigarre rauche – das macht mir unglaublich Spaß.

Bei welcher Gelegenheit rauchen Sie eine Zigarre?

MT: Wenn ich Zeit habe, eigentlich – wobei es auch verschiedene Zigarren gibt. Ich rauche auch gerne „Hausmeisterstumpen“ – so nennt meine Frau sie. Das sind Toscanelli oder krumme Hunde, die Sepp Vilsmaier auch immer gerne beim Drehen geraucht hat. Das kann man gut, wenn man irgendetwas am schreiben oder machen oder tun ist oder draußen am arbeiten ist. Dann rauche ich diese statt Zigaretten. Aber wenn ich jetzt eine gute Zigarre rauche, dann habe ich eigentlich gerne Ruhe.

Rauchen Sie lieber alleine oder in Gesellschaft?

MT: Zigarre rauchen ist ein einsames Geschäft, das man am besten in Gesellschaft machen sollte. Der eigentliche Genuss ist ja fast der, dass du den anderen rauchen siehst – wie schön er diese Zigarre raucht.

Was trinken Sie zu einer Zigarre?

MT: Am liebsten trinke ich geistige Getränke, also einen Cognac oder einen Whisky. Das vertrage ich allerdings nicht mehr so gut wie früher – also muss ich das ein wenig einschränken. Wenn ich früher irgendwie drei, vier Whisky getrunken habe, war das super und wenn ich jetzt drei, vier Whisky trinke, bin ich hinüber.

Was ist Ihre nachhaltigste Erinnerung mit einer Zigarre?

MT: Eine der schlimmsten Erinnerungen ist die, dass, als wir bei der Premiere des Films „Comedian Harmonists“ im Adlon gefeiert haben, Hanno Huth, einer der Produzenten und auch ein Zigarren-Aficionado, kam und jedem von uns eine Montecristo A gab – das ist echt ein Knüppel, also die ist ja wie ein Stock, ein Baseballschläger fast. Und ich habe meine auf den Tisch gelegt, die anderen Jungs haben ihre, glaube ich, meistens angezündet. Auf sechs verschiedenen Tischen lagen dann diese angerauchten, wunderbaren Zigarren, bei denen gerade mal, ich weiß nicht wie viele Züge raus waren, weil man ja dauernd am hin- und herschießen war und sowas – und das sah scheußlich aus – und die flogen natürlich alle weg danach. Und meine ist, glaube ich, geklaut worden. Schöne Zigarren den Bach runter!

Erinnern Sie sich an Ihre erste Zigarre?

MT: An meine erste Zigarre kann ich mich nicht genau erinnern – ich weiß nur, dass ich ungefähr zwei Jahre alt gewesen sein muss. Mein Opa, der Zigarren geraucht hat, kam immer, wenn er bei der Post war, rüber auf einen Schnaps. Und er hatte mich dann auf dem Arm und es machte ihm eine große Freude, mir diese Zigarre in den Mund zu stecken – und er hat mich auch ziehen lassen. Ich glaube, ich habe es gemocht. Seitdem mag ich eben geistige Getränke und Zigarren.

Was gehört bei Ihnen zum Genuss?

MT: Es gibt eine Geschichte von Buñuel, Luis Buñuel, ein Regisseur, der ein Kapitel über das Rauchen geschrieben hat, ein Kapitel über das Trinken. Das Buch heißt „Mein letzter Seufzer. Erinnerungen.“ Und Buñuel sagt zum Beispiel „Es gibt keine Blinden, die rauchen“. Das habe ich dann irgendwann einmal ausprobiert. Wenn man sich hinsetzt und lange die Augen zumacht und dann irgendwann eine Zigarette anzündet – also man muss sich ein bisschen drauf einlassen – aber: du nimmst dir eine Viertelstunde und machst die ganze Zeit die Augen zu und nimmst dann eine Zigarette und fängst an, diese zu rauchen - dann ist das gar nicht fein. Das ist überhaupt nicht fein. Wenn du das Prozedere des Anzündens nicht siehst, wenn du die Asche nicht siehst, den Rauch nicht siehst, ist das nicht einmal die halbe Miete. Und bei der Zigarre ist es natürlich noch intensiver - das ist ja ein extrem sinnlicher Genuss, der alle Sinne bedient. Vor allem eben auch die Augen. Und wenn du die wegnimmst, dann ist es eben echt nur noch die Hälfte. Das ist nicht fein.

...

Mit wem würden Sie gerne eine Zigarrenlänge verbringen?

MT: Fidel Castro – auch Che, glaube ich, wäre fein. Auch Churchill, glaube ich, wäre interessant.

...

Was sind Ihre aktuellen Projekte?

MT: Ich habe hier (Anm.: zu Hause) genug zu tun. Ich muss nämlich gleich wieder raus und muss ein wenig Stein schneiden, weil ich jetzt noch sieben, acht, neun Tage Zeit habe. Kann aber über das Projekt nichts sagen – a) ist es noch nicht fertig und b) ist es für die Frau, also kann ich das nicht verraten, und c) wenn ich es hinkriege, wird es, glaube ich, sehr, sehr schön.

Und zum Schluss: Haben Sie für uns einen Genusstipp fürs Leben?

MT: Es gibt einen sehr, sehr guten, den ich leider nicht beherzigen kann. Der ist von einem Mann, der 104 Jahre alt geworden ist. Und er hat gesagt: „Trinke jeden Tag zwei Glas Wein, nicht mehr – außer du bist in Gesellschaft.“

Lieber Max Tidof, herzlichen Dank für das amüsante Gespräch und für die Zeit, die Sie sich für uns genommen haben.